20. Januar 2019 | Gesundheit

Was ist Passivrauchen? Das sind die Folgen & so schützen sie sich

Was ist Passivrauchen? Das sind die Folgen & so schützen sie sichIm Zusammenhang mit der Schädlichkeit des Rauchens und Rauchverboten wird häufig auch vom Passivrauchen gesprochen. Was ist Passivrauchen?

Beim Passivrauchen wird der in der Raumluft enthaltene Tabakrauch eingeatmet. Dieser besteht aus dem Nebenstromrauch und Teilen des Hauptstromrauchs. Der Nebenstromrauch entsteht durch das Verglühen der Zigarette in den Phasen zwischen den Zügen des Rauchers.

Aufgrund der erheblich niedrigeren Verbrennungstemperaturen des Nebenstromrauchs können Giftstoffe in weitaus höherer Konzentration vorkommen als im Hauptstromrauch. Außerdem wird der Nebenstromrauch zusätzlich durch die in Aschenbechern ausgedrückten Zigarettenkippen angereichert.

Die von Rauchern ausgeatmeten Substanzen des Hauptstromrauchs belasten die Raumluft zusätzlich und erhöhen dadurch die Passivrauch-Belastung.

Bereits nach kurzer Zeit reizt Passivrauchen die Atemwege und führt zu brennenden und tränenden Augen. Ebenfalls kommt es zu Rötungen und Schwellungen der Schleimhäute. Neben einem belästigenden Effekt stellt Passivrauchen eine erhebliche Gefahr für die Gesundheit dar.

Gravierende Folgen durch Passivrauchen

Zigarettenrauch enthält über 4.800 chemische Verbindungen, von denen mehr als 90 als krebserregend eingestuft werden. Dazu zählen:

  • Arsen
  • Benzol
  • Cadmium
  • polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe
  • N-Nitrosamine
  • Formaldehyd

Ein auffällig hohes Risiko besteht für Raucher, an Kehlkopf-, Lungen-, Mundhöhlen- und Speiseröhrenkrebs zu erkranken. Raucher erkranken außerdem häufiger als Nichtraucher an Leukämie, Nieren- und Bauchspeicheldrüsenkrebs sowie an Harnblasen- und Gebärmutterhalskrebs.

Der beim Passivrauchen eingeatmete Tabakrauch enthält die gleichen giftigen Substanzen wie der vom Raucher inhalierte Rauch. Dabei besteht der Passivrauch nicht nur aus gasförmigen Substanzen, sondern auch aus Feinstaubpartikel. Diese gelten als besonders gefährlich, weil die winzigen Partikel tief in die Lunge eindringen können. Die tückischen Feinstaubpartikel lagern sich über lange Zeiträume an den Decken, Wänden und Gegenständen der Innenräume ab. Sie können durch Luftbewegungen innerhalb der Raumluft nach und nach wieder an die nähere Umgebung abgegeben werden.

Durch die Auswirkungen des Passivrauchens können außer Krebserkrankungen daher noch zahlreiche andere Erkrankungen entstehen, die lebensgefährlich sein können. Pro Jahr sterben deutschlandweit etwa 2150 Menschen durch koronare Herzerkrankungen als Folge von passivem Rauchen. Außerdem kommt es aufgrund dieser Ursache zu ungefähr 770 Schlaganfällen.

Auswirkungen durch Passivrauch bei Kindern und Schwangeren

Die Frage, was Passivrauchen sei, stellen zu irgendeinem Zeitpunkt Kinder, die davon noch keine Ahnung haben. Sie wissen weder, um was es sich dabei handelt noch um die damit verbundenen Gefahren. Eine möglichst frühzeitige Aufklärung durch Eltern, Kindergärten und Schulen sollten diese Wissenslücke schließen.

In Deutschland leben ungefähr 50 Prozent der Kinder unter sechs Jahren in einem Raucherhaushalt. Je nach dem Alter der Kinder sind die Organe, insbesondere die Lunge, noch nicht vollständig entwickelt und ausgereift. Die Kinder sind daher durch Passivrauchen größeren Belastungen und gesundheitlichen Risiken ausgesetzt, als Erwachsene. Der Abbau von Giftstoffen gestaltet sich schwieriger und die Atemfrequenz ist höher. Besonders problematisch ist das Passivrauchen von Kindern in kleinen, engen Räumen wie in Autos.

In Raucherhaushalten leiden Kinder häufiger an:

  • Akuter und chronischer Mittelohrentzündung,
  • Bronchitis und Lungenentzündung
  • Asthma
  • Allergien
  • Kopfschmerzen
  • Schlafstörungen

Giftstoffe durch passives Rauchen während einer Schwangerschaft können sich auf die Mutter sowie den Embryo auswirken. Dadurch erhöhen sich die Gefahren für Frühgeburten und plötzlichen Kindstod sowie sonstige Geburtsdefekte und Fehlentwicklungen wie zu geringe Größe oder zu geringes Geburtsgewicht. Außerdem sind vom Passivrauchen betroffene Babys häufig unruhiger und aggressiver als andere. Die Giftstoffe durch Passivrauchen beeinflussen beim Embryo auch die Entwicklung des Gehirns.

Nichtraucherschutzgesetze

Durch das Nichtraucherschutzgesetz darf in öffentlichen Gebäuden und Verkehrsmitteln nicht geraucht werden. Dadurch wird auch das gesundheitsgefährdende Passivrauchen unterbunden. Doch nicht jeder hält sich daran. Am Arbeitsplatz ist der Arbeitgeber für die Umsetzung der gesetzlichen Vorgabe verantwortlich. Vielfach sind zu diesem Zweck spezielle Raucherbereiche eingerichtet worden.

Regelungen zum Schutz der Nichtraucher in Gaststätten unterliegen der Länderzuständigkeit und sind uneinheitlich. In einigen Bundesländern ist der Nichtraucherschutz in Gaststätten durch abweichende Ausnahmeregelungen gelockert. Hilfreich wäre in Deutschland ein Rauchverbot in Autos bei Anwesenheit von Kindern wie bereits in Österreich und anderen Ländern. Zu den weniger optimalen Lösungen zählen auch Raucherräume: Die Nikotinkonzentration ist in diesen Räumen fast überall inakzeptabel hoch.

Bereits seit Mai 2016 befinden sich in Deutschland sogenannte Schockbilder auf den Zigarettenpackungen. Die meisten Raucher lassen sich davon allerdings nicht abschrecken.

Sonstige vorbeugende Maßnahmen zum Schutz gegen Passivrauchen

Die verstärkte Zuführung des Hauptschutzvitamins C in der Alltagsernährung könnte die durch passives Rauchen verstärkte Beanspruchung des Immunsystems wirkungsvoll unterstützen. Dies wurde in verschiedenen Studienergebnissen zum Rauchen/Passivrauchen festgestellt.

Vitamin C Präparate finden Sie beispielsweise hier*. Ansonsten empfiehlt sich eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse.

In der Verantwortung der Eltern liegt es insbesondere in Raucherhaushalten, für geeigneten Schutz gegen ein Passivrauchen der Kinder zu gewährleisten. Während einer Schwangerschaft sollten alle Gelegenheiten gemieden werden, Passivrauch zu erdulden. Bei Verstößen an gesetzlich geschützten Stellen sollte notfalls im Klageverfahren mit guten Erfolgsaussichten dagegen vorgegangen werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.