14. Februar 2019 | Gesundheit

Kann man zu viel schlafen? Ist zu viel Schlaf ungesund?

Kann man zu viel schlafen? Ist zu viel Schlaf wirklich ungesund?Wer genügend schläft, fühlt sich ausgeruht, voller Energie und fit für den Tag. Inzwischen sind immer mehr Menschen müde und unausgeruht, obwohl sie mehr als genug schlafen. Aber wie viel Schlaf ist normal und wann beeinträchtig die Schlafdauer die eigene Gesundheit? Das und mehr verrät dieser Artikel.

Erholsam schlafen – Wie viel Schlaf ist normal?

Die ideale Schlafdauer ist ein stark subjektives Empfinden. Für gewöhnlich schlafen Erwachsene pro Nacht zwischen 6 und 8 Stunden. Es gibt jedoch viele Unterschiede. Manch einer fühlt sich bereits nach 5 Stunden Schlaf ausgeruht, andere benötigen 10 Stunden, um fit zu sein.

Langschläfer und Kurzschläfer sind somit ein gewöhnliches Phänomen. Tatsächlich brauchen Kinder bis zu 16 Stunden Schlaf, um sich zu erholen und auszuruhen. Je älter ein Mensch wird, desto weniger Schlaf ist üblich. Bei Senioren ist häufig sogar von »seniler Bettflucht« die Rede.

Krankheiten können den Schlaf und dessen Dauer zusätzlich stark beeinflussen. Manche Menschen können aber trotz bester Gesundheit immer weiter schlafen. Ist das noch gesund?

Körperliche Auswirkungen von zu viel Schlaf

Das eigene Bedürfnis nach Schlaf hängt von mehreren Aspekten ab. Diese sind hauptsächlich genetisch bedingt und umfassen vor allem das Geschlecht und Alter. Die Gewohnheiten und Jahreszeiten spielen genauso eine Rolle. Wer kennt nicht die berühmte Frühjahrsmüdigkeit oder den Winterblues, der dazu verleitet, die kalte und dunkle Jahreszeit möglichst zu verschlafen?

Trotz der Versuchung des Weiterschlafens ist jedoch Vorsicht geboten. Welche Auswirkungen hat zu viel Schlaf auf unseren Körper? Die Auswirkungen von zu wenig Schlaf liegen auf der Hand: Du fühlst dich müde, schläfrig und kommst kaum in die Gänge, aber warum?

Inzwischen ist bekannt, dass bei Übermüdung das Unfallrisiko steigt. Ein müder Mensch fühlt sich eher gestresst und überfordert von Dingen, die sonst keine Probleme im Alltag bereiten. Ebenso wie ein zu geringes Maß an Schlaf schädlich wirken kann, kann zu viel Schlaf Schwierigkeiten mit sich bringen.

Melatonin und Serotonin im Gleichgewicht – wichtige Botenstoffe im Körper

Das sogenannte »Schlafhormon« Melatonin sorgt dafür, dass Menschen müde sind und einschlafen. Der natürliche Gegenspieler im Bereich der Botenstoffe ist das »Glückshormon« Serotonin. Das hebt die Stimmung und den Antrieb. Wer zu viel schläft und sich ständig müde und schläfrig fühlt, verfügt mitunter über zu geringe Mengen von Serotonin im Kreislauf.

Zu viel Schlaf führt zu einer Dominanz von Melatonin. Dieses Ungleichgewicht kann zu Stimmungstiefs bis zur Depression führen, da es dem Körper an Serotonin fehlt. Zugleich ist der Schlaf irgendwann nicht mehr erholsam. Das Ergebnis: Du bist dauermüde und deine Belastbarkeit sinkt.

Unruhe, erhöhte Nervosität und Reizbarkeit sind weitere Symptome für wenig erholsamen Schlaf. Schlaf ist zweifelsfrei ein wichtiger Abschnitt im Alltag. Sobald Menschen mehr schlafen, als sie müssten, kehrt sich der erholsame Aspekt ins Gegenteil um.

Was ist »genug Schlaf«?

Da zu viel Schlaf ebenso ungünstig wie zu wenig Schlaf ist, stellt sich eine Frage: Ist es ratsam, nicht mehr als 8 Stunden zu schlafen? Günstig ist es, den eigenen Biorhythmus zu kennen. Ist jemand ein Langschläfer, der nach 8 Stunden Schlaf immer noch hundemüde ist, gilt es, die optimale Schlafdauer herauszufinden.

Die persönliche, ideale Schlafdauer lässt sich am besten im Urlaub und ohne jeden Wecker feststellen. Der Körper liefert dann wichtige Signale, um zu zeigen, dass er Schlaf benötigt oder ausgeruht ist. Wer immer zu den gleichen Zeiten müde wird und aufwacht, kann erkennen, wie viel Schlaf tatsächlich ideal wäre.

Nicht immer reichen 8 Stunden Schlaf aus. Für manche Personen ist es völlig normal, täglich 10 Stunden zu schlafen, um ausgeruht zu sein. Um das eigene Schlafmuster zu erkennen, ist das Beobachten der Schlafenszeiten unerlässlich. Im Zweifelsfall kann ein Schlaflabor oder der/die Arzt/Ärztin weiterhelfen.

Sonderfall Krankheit – Wann der Körper mehr Schlaf als normal benötigt

Dauerhaft viel zu schlafen, ohne ausgeruht zu sein, kann außerdem ein Hinweis auf eine Erkrankung sein. Bei einigen Krankheiten gilt eine erhöhte Müdigkeit oder Schläfrigkeit zu den Symptomen. Welche Krankheiten könnten dazu führen, dass man einfach nicht aus dem Bett kommt?

Krankheiten wie Depressionen oder Diabetes belasten den Körper. Das führt mitunter dazu, dass sich Betroffene schneller erschöpft und müde fühlen. Dadurch schlafen sie länger. Auch Medikamente können die Müdigkeit erhöhen.

Nicht nur Krankheiten sorgen für ein erhöhtes Schlafbedürfnis. Eine niedrige Schlafqualität, unentdeckte Schlafstörungen (z. B. nächtliches Schwitzen, Atemaussetzer oder Schnarchen) sowie eine falsche Ernährung wirken sich auf die Schlafgewohnheiten aus. Daneben spielen das seelische Befinden und das soziale Umfeld eine wichtige Rolle.

Wer sich immer antriebslos und müde fühlt, leidet womöglich an den äußeren Umständen in seinem Leben. Dabei kann es sich zum Beispiel um die Antriebslosigkeit nach einer Kündigung oder Trennung handeln.

Fazit – die Gefahr von zu viel Schlaf

Zu viel zu schlafen ist grundsätzlich nicht tödlich. Dennoch kann ein zu hohes Schlafpensum ungesund sein. Langschläfer erhöhen ihr Risiko an diversen Krankheiten zu erkranken. Dazu zählen Herzerkrankungen ebenso wie das Schlaganfallrisiko. Depressionen und Diabetes sind weitere Risiken, die mit einem hohen Maß an Schlaf einhergehen.

Das hohe Schlafbedürfnis ist nicht immer ein Zeichen, dass etwas nicht stimmt. Allerdings kann eine erhöhte Müdigkeit dazu führen, dass du dich weniger bewegst und seltener deinen Hobbys nachgehst.

Grundsätzlich gilt: Auch gesunde Menschen können zu viel schlafen. Das liegt unter Umständen an einer falschen Matratze, Schlafstörungen oder einer unpassenden Ernährung (z. B. zu viel Alkohol oder fett- und zuckerreiche Speisen am Abend). In jedem Fall hilft es, die eigenen Schlafgewohnheiten und Bedürfnisse zu beobachten. So lässt sich die eigene optimale Schlafdauer herausfinden und Schlafprobleme erkennen.

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