07. Februar 2019 | Ernährung, Gesundheit

Ingwer gegen Erkältung – Wirkweise, Inhaltsstoffe & Anwendung

Ingwer gegen Erkältung - Wirkweise, Inhaltsstoffe & AnwendungDu bist mal wieder erkältet und hast keine Lust, Dich mit Medikamenten vollzupumpen? Wie wäre es dann mit einem Hausmittel, das selbst unsere Vorfahren schon verwendet haben? Ingwer gegen Erkältung hat sich im Laufe der Jahrhunderte bewährt und wird in vielen Kulturkreisen erfolgreich eingesetzt – auch heute noch.

In diesem Artikel stellen wir Dir deshalb die Inhaltsstoffe von Ingwer, deren Wirkweise im menschlichen Körper und die ideale Anwendung vor, mit der Ingwer sein volles Potenzial entfalten kann.

Ingwer gegen Erkältung – Je früher, desto besser

Sobald die Tage kürzer und die Temperaturen kühler werden, lauern meist auch schon die ersten unliebsamen Erkältungsanzeichen. Mit einem kleinen Kratzen im Hals hier und einem fröstelnden Gefühl da zeigen sich die unangenehmen Vorboten und stimmen bereits auf die bevorstehende Erkältungszeit ein.

Jetzt ist schnelles Handeln erforderlich. Und was empfiehlt sich da mehr, als der beherzte Griff zur Wunderknolle Ingwer, denn mit ihrem immunstärkenden und entzündungshemmenden Schatz im Gepäck leistet die Ingwerwurzel einen großartigen gesundheitlichen Beitrag.

Wichtige gesundheitsrelevante Inhaltsstoffe

Vitamine

Frischer Ingwer setzt sich neben einem Wasseranteil von etwa 85%, zusätzlich aus unzähligen Makronährstoffen und sekundären Pflanzenstoffen zusammen. Er ist fett- und kalorienarm und auch die fettlöslichen Vitamine A, D, E und K sind nur in äußerst geringen Mengen enthalten.

Der Gehalt an allen acht B-Vitaminen (ausgenommen dem Vitamin B12) und Vitamin C ist hingegen beachtlich. Schon ein kleines Stück Ingwer (etwa 2 Gramm) reicht, um laut DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V.) den Tagesbedarf an den entsprechenden Vitaminen zu decken und kann damit als regelrechter Immun-Booster bezeichnet werden.

Mineralstoffe

Auch in Hinblick auf die Mineralstoffe hat Ingwer einiges zu bieten, vor allem seinen hohen Anteil an Kalium, Magnesium und Phosphor. Kalium ist einerseits ein wichtiger Bestandteil des Wasser- und Elektrolythaushaltes, andererseits ein unverzichtbarer Stoff für die Signalweiterleitung innerhalb der Zellen.

Magnesium hingegen wird für wichtige Stoffwechselprozesse und Enzymaktivierungen benötigt. Außerdem sorgt es für ein ausgewogenes Verhältnis zwischen angespannter und entspannter Muskulatur und wirkt darüber hinaus krampflösend.

Phosphor ist eine gute Energiequelle und ein wichtiger Baustein für Zähne und Knochen.

Spurenelemente

Kupfer, Mangan, Zink und Eisen sind die nennenswerten Spurenelemente, die in der Ingwerwurzel vorkommen. Dabei ist der Anteil von Kupfer und Mangan wesentlich höher als der von Zink und Eisen.

Spurenelemente können vom Körper nicht selbst gebildet und müssen daher mit der täglichen Nahrung aufgenommen werden.

Scharfstoffe

Ingwer ist scharf, ob nun frisch verwendet oder getrocknet. Je nach Art des Ingwers ist die Schärfe unterschiedlich stark ausgeprägt. Während der Chinesische Ingwer eine recht milde Schärfe aufweist, gilt der Westafrikanische Ingwer als schärfster Vertreter sein Art.

Hierzulande ist hauptsächlich Chinesischer Ingwer erhältlich, da China das führende Exportland ist.

In den Scharfstoffen liegt das gesunde Geheimnis des Ingwers. Durch sie bekommt er, ganz klar, die typisch scharfe Note. Bei dem Scharfstoff handelt es sich im Wesentlichen um Gingerole, die ähnlich dem im Pfeffer oder Chili enthaltenen Scharfstoffen Capsaicin und Piperin sind.

Gingerole wirken antibakteriell, entzündungs- und krebshemmend.

Shogaol

Wird Ingwer nach der Ernte gelagert, dann verändert sich der Scharfstoff Gingerol und es entsteht daraus ein Abbauprodukt, der Scharfstoff Shogaol. Je länger die Knolle lagert, um so höher wird der Shogaolanteil. Der Name leitet sich aus dem japanischen Wort für Ingwer „Shoga“ ab. Er ist wesentlich schärfer und sein gesundheitliches Potenzial noch höher als das der Gingerole.

Seine entzündungshemmende Eigenschaft ist verbessert, außerdem ist er der hauptverantwortliche Stoff, der nachweislich gegen Übelkeit und Erbrechen hilft.

Zingeron

Wenn Ingwer längere Zeit gekocht wird, etwa zur Herstellung von Sirup oder bei bestimmten Teerezepten, dann verändert sich das Gingerol zum Scharfstoff Zingeron. Bei diesem handelt es sich, wie auch schon beim Shogaol, um ein Abbauprodukt des Gingerols. Obwohl dieser Stoff dem Ingwer einen süßlichen Geschmack verleiht, wird er den Scharfstoffen zugeordnet. Zingeron wirkt antibakteriell und hilft vor allem gegen Durchfallerkrankungen. Außerdem wirkt es der Bildung freier Radikale entgegen.

Ätherische Öle

Ingwer wartet mit einer ganzen Reihe ätherischer Öle auf. Die wichtigsten unter ihnen wären Borneol, Cineol, Phellandren und Farnesen.

Flavonoide

Ihre gelbe Farbe verdankt die Ingwerwurzel den Flavonoiden. Diese Pflanzenstoffe haben ebenfalls eine antioxidative sowie entzündungs- und krebshemmende Wirkung.

Wirkungsweise bei Erkältungen

Mit all den wunderbaren Inhaltsstoffen ist Ingwer bei den ersten Anzeichen einer Erkältung das Mittel der Wahl.

Er wirkt wärmend, dafür sorgen die enthaltenen Gingerole und Shogaole und schleimlösend, was durch das ätherische Öl Cineol begünstigt wird.

Außerdem sorgen die Scharfstoffe für eine intensive Durchblutung der Schleimhäute, wodurch diese automatisch vor diversen Krankheitserregern geschützt werden. Zusätzlich wirken die wertvollen Scharfstoffe als schmerzlindernd und entzündungshemmend, was sowohl das Wohlbefinden als auch die Heilung unterstützt. Ingwer bei Erkältung sorgt also nicht nur dafür, dass wir wieder gesund werden, sondern auch dafür, dass es uns psychisch besser geht.

Anwendungen bei Erkältungen

In den meisten Fällen wird Ingwer als Tee oder Ingwerwasser konsumiert. Die Zubereitung ist denkbar einfach.

Der frische Ingwer wird ungeschält in einige feine Scheiben geschnitten und mit kochendem Wasser übergossen. Der Tee muss einige Zeit ziehen und kann dann nach Bedarf entweder mit etwas Honig gesüßt oder zusätzlich mit Zitrone als weiterer Vitamin-C-Spender genossen werden.

Ingwertee kann aber ebenso in geriebener Form hergestellt werden. Dazu muss dieser geschält und dann fein gerieben werden. Anschließend wird er je nach gewünschter Intensität etwa 10-20 Minuten gekocht und sollte vor dem Trinken abgeseiht werden, wenn keine kleinen Ingwerstücke im Tee gewünscht sind.

Was als weitere Anwendung bei Erkältungen oder auch Übelkeit sehr geschätzt wird, ist der kandierte Ingwer. Diese süße Delikatesse erzielt ebenso den gesamten gesundheitlichen Wirkungsbereich und schmeckt dazu noch wunderbar raffiniert, allerdings ist hinsichtlich des Zuckergehaltes Obacht geboten und er sollte daher nicht in rauen Mengen konsumiert werden.

Seit einiger Zeit ist hierzulande das Trendgetränk Ingwer Shot auf dem Vormarsch. Dieser wird aus der rohen Knolle hergestellt, dabei nicht erhitzt und verliert dadurch keine Vitamine oder Mineralien. Das Getränk ist in seiner konzentrierten Form sehr scharf und sollte daher langsam getrunken werden, um etwa Sodbrennen zu vermeiden.

Weitere gesundheitliche Wirkungen

Die Liste an positiven gesundheitlichen Wirkungsweisen ist lang. Sie reicht von Arthrose über Kopfschmerzen bis hin zu Zahnfleischproblemen. Hier zeigt sich ihr geballtes Können als echt Superknolle.

Ingwer hilft gegen Übelkeit, da er sich positiv auf den Magen-Darm-Trakt auswirkt. Er ist vor allem ein beliebtes Heilmittel bei der Reisekrankheit und soll auch bei Übelkeit helfen, die durch eine Chemotherapie ausgelöst wurde.

Die im Ingwer befindlichen Gingerole wirken wie ein natürliches Schmerzmittel, ähnlich dem Aspirin. Leichte Schmerzen können dabei mit der Einnahme von Ingwer recht gut gelindert werden.

Auch bei der Behandlung von Arthrose und Gicht wurden durch seine entzündungshemmenden und schmerzlindernden Wirkungsweisen positive Erfahrungen gemacht.
Menstruationsschmerzen und Kopfschmerzen können mit seiner Einnahme ebenso gelindert werden.

Weiterhin wirkt Ingwer blutverdünnend und er unterbindet den Kalzium-Kanal, was gerade bei Bluthochdruck unterstützend helfen kann, denn Kalzium kann dadurch nicht in das Herz gelangen und den Blutfluss zusätzlich einschränken.

Ein wichtiges Einsatzgebiet hat die scharfe Knolle bei Beschwerden rund um die Verdauung. Hierbei wirkt Ingwer magenberuhigend. Er durchblutet und entspannt den gesamten Bauchraum und sorgt außerdem für eine gute Darmflora.

Auch die Fettverdauung, etwa durch eine schwere, gehaltvolle Mahlzeit, wird durch die vermehrte Produktion von Verdauungssäften nachweislich begünstigt.

Zusätzliche wissenswerte Informationen

Ingwer gilt seit 1988 als anerkannte Heilpflanze und wurde 1997 in das Deutsche Arzneibuch aufgenommen. 2018 wurde er, neben dem Andorn, zur „Heilpflanze des Jahres“ gewählt.

Herkunft

Wilder Ingwer ist heute nicht mehr zu finden, weshalb sein eigentlicher Ursprung kaum mehr nachvollzogen werden kann. Vermutlich hat er seinen weltweiten Siegeszug von den pazifischen Inseln aus angetreten. Mittlerweile existiert Ingwer ausschließlich als reine Kulturpflanze, die hauptsächlich in tropischen Regionen Indiens, Chinas, Australiens und Jamaikas angebaut wird. Auch Japan, Sri Lanka, Malaysia, Brasilien, Mexiko, Afrika und die Antillen gehören zu den wichtigsten kommerziellen Anbaugebieten.

Hierbei lassen sich allerdings starke Schwankungen hinsichtlich der Qualität und des Geschmacks erkennen. Schärfe und Aroma sind je nach Herkunftsland und Anbaugebiet unterschiedlich intensiv ausgeprägt. Als qualitativ wertvollste Ingwerarten gelten der Jamaikanische Ingwer sowie der Fidschi-Ingwer.

In den hiesigen Lebensmittelmärkten ist fast ausschließlich Chinesischer Ingwer erhältlich, da China das exportstärkste Land ist.

Botanische Merkmale

Ingwer wird oft auch als Ingber, Imber, Immerwurzel oder als Ingwerwurzel bezeichnet. Genau genommen handelt es sich bei der einkeimblättrigen Pflanze aus der Familie der Ingwergewächse jedoch nicht um eine Wurzel, sondern um ein Rhizom. Das ist ein dicht unter der Erde wachsendes, waagerecht verlaufendes Sprossachsensystem mit knolligen Trieben.
Zu seinen engeren Verwandten gehören unter anderem Kurkuma und Galgant.

Wissenswertes aus der Küche

Wenn möglich sollte die scharfe Knolle ungeschält verwendet werden, etwa bei der Zubereitung von Ingwertee oder Ingwerwasser, denn in und unter der Schale liegt ein Großteil der wichtigen und wertvollen Nährstoffe.

Wird er in geriebener, gehackter oder gewürfelter Form genutzt, dann sollte er sich natürlich von seiner kostbaren Schale trennen, da sie beim Essen eher unangenehm und störend ist.

Ingwer lässt sich ideal kombinieren. Als wahres Dream-Team gelten zum Beispiel Ingwer und Knoblauch. Nicht nur dass Knoblauch wesentlich bekömmlicher wird wenn Ingwer ins Spiel kommt, auch die gesundheitlichen Einflüsse werden potenziert, so steigert sich zum Beispiel die antioxidative Wirkung um das Doppelte. Außerdem sorgt der Ingwer dafür, dass der Knoblauch seinen unangenehmen Geruch verliert.

Ingwer wird nicht nur als hervorragendes Heilmittel gefeiert, sondern erfreut sich auch als Gewürzpflanze größter Beliebtheit. In Curry ist er unverzichtbar und bereichert durch seine fein würzige Note eine Vielzahl an Gerichten. Ob Fisch, Fleisch oder Gemüse, Ingwer bereichert jedes Gericht auf seine raffiniert exotische Weise.

Fazit: Ingwer gegen Erkältung das Hausmittel der Wahl

Und, konnten wir Dich überzeugen? Ingwer bei Erkältung ist ein hervorragendes Hausmittel, das Du in jedem Fall einsetzen solltest.

Natürlich kann die Knolle bei starken Erkältungen keine Medikamente ersetzen, allerdings eignet sie sich hervorragend als unterstützende Maßnahme.

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