05. August 2014 | Biologie & Genetik

Worin besteht der Unterschied zwischen DNA und DNS?

Einfach erklärt: Worin besteht der Unterschied zwischen DNA und DNS?

Was ist der Unterschied zwischen DNA und DNS? (Bildquelle: © vege – Fotolia.com)

Wenn es um das Thema Genetik geht, wird eine Frage vom Laien immer wieder gestellt: Was ist eigentlich der Unterschied zwischen DNA und DNS? Dabei spielt es keine Rolle, ob sich die Person noch nie mit dem Thema Genetik auseinandergesetzt hat, oder ob es sich um einen Studenten der Biologie im ersten Semester handelt.

Die Antwort auf diese Frage ist mehr als simpel: Es gibt keinen Unterschied. Es handelt sich dabei lediglich um ein und denselben Begriff, nur eben in zwei verschiedenen Sprachen (Deutsch und Englisch).

Aufgrund dieser Erklärung ist es auch nicht verwunderlich, wieso sich vor allem Fans von Science-Fiction-Filmen die Frage nach dem Unterschied zwischen DNA und DNS stellen. Oft haben die Regisseure oder Drehbuchschreiber nämlich selbst keine Ahnung und verwenden die beiden Wörter wie es ihnen gerade in den Sinn kommt.

Der sprachliche Unterschied zwischen DNA und DNS

Kurz und knapp: DNA ist der englische Begriff für Erbinformationen, wohingegen es sich bei DNS um den deutschen Begriff handelt.

  • DNA steht für Deoxyribonucleic acid.
  • DNS steht für Desoxyribonukleinsäure.

Der kleine, aber feine Unterschied ist also die Säure (DNS), die im Englischen als acid (DNA) bezeichnet wird.

Übrigens: Da Englisch die Sprache der Wissenschaft ist, benutze ich persönlich immer den Begriff DNA. Halte einfach mal die Ohren offen – den Begriff DNS hört man nur äußerst selten – meist in deutschen Krimis, die professionell produziert wurden.

Wie setzt sich der Begriff DNA bzw. DNS zusammen?

Grundsätzlich sind vier verschiedene Wortfragmente im Begriff DNA/DNS enthalten. Welche sind das?

  1. Des– (Zeigt, dass etwas aus der Stammverbindung abzuziehen ist)
  2. oxy– (Oxygenium: Sauerstoff)
  3. ribo– (Ribose: Zucker bestehend aus fünf Kohlenstoff-Atomen)
  4. nukleinsäure (Makromolekül: Aufgebaut aus einzelnen Nukleotiden)

Warum kennt man auch im deutschen Sprachraum vor allem den englischen Begriff DNA?

Außerhalb von Schulen und Universität kommen Menschen vor allem durch Filme, Fernsehen, Videospiele und die Nachrichten mit den Begriffen DNA bzw. DNS in Berührung.

Bei Filmproduktionen (insbesondere in der Abteilung für die Synchronisation) arbeiten allerdings meist Personen, die sich in der Vergangenheit nicht übermäßig mit dem Thema Genetik auseinandergesetzt haben. Aus diesem Grund ist es nicht verwunderlich, dass der englische Begriff DNA auch häufig in der deutschen Sprache verwendet wird.

Dieses Unwissen wird dann natürlich auf den Zuschauer übertragen, der sich dann eines Tages fragt, wieso manchmal die Rede von DNS und manchmal von DNA ist. Im schlimmsten Fall glaubt er einfach, dass es sich um zwei verschiedene Dinge handelt – im besten Fall wirft er die Suchmaschine an und landet bei Artikeln wie diesem hier.

Exkurs: Was ist DNA/DNS überhaupt?

Die DNA bzw. DNS eines Lebewesens enthält sämtliche Erbinformationen des jeweiligen Individuums und besteht aus der Gesamtheit der Gene. Die DNA ist normalerweise in Form einer Doppelhelix angeordnet (siehe Bild zu Beginn des Artikels).

Grundsätzlich unterscheiden sich diese Erbinformationen zwar von Individuum zu Individuum, jedoch sind die Grundbausteine von DNA/DNS bei jeder Lebensform gleich – ganz gleich, ob es sich um ein Tier, um eine Pflanze, um einen Pilz oder auch um bestimmte Typen von Viren handelt.

Die DNA ist nicht an einen speziellen Ort im Lebewesen gebunden, sondern ist in jeder einzelnen Zelle im jeweiligen Zellkern enthalten. Außerdem kann DNA in den Mitochondrien (also in den Kraftwerken der Zelle) oder auch in den Chloroplasten der Pflanzen (in diesen Zellkompartimenten spielt sich die Photosynthese ab) enthalten sein.

Hinweis: Die letzten drei Absätze erklären den Normalfall. Ausnahmen gibt es in der Biologie immer und bestätigen – wie man so schön sagt – die Regel.

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