20. Januar 2016 | Ernährung, Gesundheit

Darf man Schnee essen? Wie reagiert der Körper darauf?

Darf man Schnee essen? Wie reagiert der Körper darauf?

Ist Schnee essen gesundheitsschädlich? Wie reagiert der Organismus darauf? (Bildquelle: © senoldo – Fotolia.com)

Auch wenn Eltern immer wieder predigen, man dürfe Schnee nicht essen – viele Kinder langen in einem unbeobachteten Moment dennoch zu und genehmigen sich eine Handvoll Schnee.

Warum auch nicht? Schließlich handelt es sich dabei nur um gefrorenes Wasser. Solange der Schnee nicht verunreinigt ist, drohen also keine gesundheitlichen Gefahren. Zumindest denken das die meisten Menschen.

Wir haben uns näher mit dem Thema auseinandergesetzt und geprüft, wie der Körper auf das Verspeisen von Schnee reagiert. Wir gehen das Thema dabei nicht nur aus der Sicht der Eltern an, sondern auch aus der eines Bergsteigers, der in eine Notsituation gerät.

Schnee enthält keine Mineralstoffe

Es ist falsch, Schnee mit normalem Trinkwasser oder Wasser aus einem Gebirgsbach zu vergleichen. Schließlich nieselt Schnee aus den Wolken auf uns herab und wird dadurch nicht mit Mineralstoffen angereichert. Geschmolzener Schnee lässt sich daher am ehesten mit destilliertem Wasser vergleichen.

Dadurch, dass Schmelzwasser keine Mineralstoffe beinhaltet, entzieht es dem Körper Mineralien. Hierbei handelt es sich um ein biologisches Prinzip, das als Osmose bezeichnet wird.

In geringen Mengen droht natürlich keine Gefahr. Wer seinen Durst allerdings tagelang mit Hilfe von Schmelzwasser stillt, erleidet früher oder später gesundheitliche Schäden. Zumindest dann, wenn die restliche Ernährung nicht speziell darauf ausgerichtet ist.

Schnee essen verbraucht viel Energie

Mal davon abgesehen, dass man Trinkwasser nicht mit Schmelzwasser ersetzen kann, muss der Organismus ein hohes Maß an Energie zur Verfügung stellen, um den Schnee im Mund und im Verdauungstrakt auf Körpertemperatur anzuwärmen.

Reines Wasser enthält allerdings keinerlei Energie, sodass der Körper in einer Notsituation am Schnee essen zu Grunde gehen würde. Soweit kommt es in den meisten Fällen allerdings gar nicht, da man es gar nicht aushalten würde, so große Mengen an Schnee zu vertilgen.

Aber Eskimos trinken doch auch Schmelzwasser?

Schmelzwasser kann Trinkwasser nur bei der richtigen Ernährung ersetzen

Eskimos stillen ihren Flüssigkeitsbedarf ausschließlich mit Hilfe von Schmelzwasser. (Bildquelle: © Xavier – Fotolia.com)

Der Mensch ist bekanntlich ein sehr anpassungsfähiges Wesen, weshalb es nicht verwunderlich ist, dass Eskimos in Gebieten leben, in die die meisten Europäer freiwillig keinen Fuß setzen würden. Sie überleben dort unter anderem, indem sie Schnee erhitzen und ihren Flüssigkeitsbedarf mit Schmelzwasser stillen.

Aufgrund unserer bisherigen Erklärungen müsste man also davon ausgehen, dass Eskimos aufgrund ihrer Ernährungsweise innerhalb weniger Tage sterben müssten. Dem ist natürlich nicht so. Eskimos leben seit sehr langer Zeit im nördlichen Polargebiet und werden sich aufgrund der Witterungsbedingungen so schnell nicht aus ihrer Heimat vertreiben lassen.

Das Geheimnis liegt in der Ernährung: Eskimos ernähren sich hauptsächlich von Fischen, die sehr viel Salz und sehr viele Mineralstoffe enthalten. Der Mineralstoffverlust durch das Schmelzwasser wird auf diese Weise ausgeglichen.

Kann man krank werden, wenn man Schnee isst?

Doch genug von Eskimos. Kommen wir wieder zurück zu den Kindern, die heimlich Schnee essen. Droht nun tatsächlich eine Gesundheitsgefahr oder nicht?

Solange die Kinder lediglich frischen, reinen Schnee essen, sollte es keine Probleme geben. Aufpassen sollte man allerdings bei Schnee, der auf der Straße oder auf dem Bürgersteig liegt – insbesondere dann, wenn in der Region gestreut wird. Wenn man verunreinigten Schnee zu sich nimmt, kann es zu Durchfall, Magenkrämpfen und Erbrechen kommen.

Selbst wenn Kinder Schnee essen: Vermutlich bleibt es das erste und letzte Mal. Schnee essen fühlt sich äußerst unangenehm an und schmeckt nicht wirklich gut. Kinder sollten diese Erfahrung daher einfach machen – sofern der Schnee sauber ist. Danach verzichten sie normalerweise freiwillig auf diese Erfahrung.

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