12. Januar 2016 | Gesundheit, Lifestyle

Phantom-Vibrationen: Wenn das Handy gar nicht klingelt

Phantom-Vibrationen sind ein Phänomen, das so gut wie jeder kennt. (Bildquelle: © Tsiumpa – Fotolia.com)

Phantom-Vibrationen sind ein Phänomen, über welches bereits zu Zeiten diskutiert wurde, als das Nokia 3210 neu auf dem Markt erhältlich war.

Heutzutage ist das Thema aktueller denn je, da immer mehr Menschen Smartphones verwenden und ständige Erreichbarkeit immer wichtiger wird.

Doch was sind Phantom-Vibrationen überhaupt? Unter Phantom-Vibrationen versteht man gefühlte Vibrationen des Handys oder Smartphones, obwohl dieses in Wirklichkeit gar nicht vibriert. Im englischen Sprachgebrauch spricht man häufig vom Phantom vibration syndrome.

Wir finden, dass dieses Phänomen einen eigenen Artikel verdient hat, weshalb wir uns für Euch über dieses Thema informiert haben. Im Folgenden erfahrt Ihr die wichtigsten Erkenntnisse unserer Recherche. 

Ein Syndrom, das eigentlich gar keins ist

Obwohl Phantom-Vibrationen im medizinischen Sinne häufig als Syndrom bezeichnet werden, handelt es sich in Wirklichkeit um eine Art fühlbare Halluzination. Erst der unvorsichtige Umgang mit Fachbegriffen im allgemeinen Sprachgebrauch hat dazu geführt, dass man in den meisten Fällen vom Phantom-Vibrationen-Syndrom spricht.

Phantom-Vibrationen kommen vor allem bei solchen Menschen vor, die ihr Smartphone auf lautlos gestellt haben und lediglich über den Vibrationsalarm von neuen Nachrichten oder Anrufen erfahren. Phantom-Klingeln gibt es übrigens ebenfalls, doch darum soll es heute nicht gehen.

Seit wann kennt man das Phänomen?

Der Begriff selbst wurde zum ersten Mal in einem gleichnamigen Artikel von Robert D. Jones im Jahre 2003 verwendet. Dieser wurde im New Pittsburgh Courier veröffentlicht. Jones sah das Phantom-Vibrationen-Syndrom damals als Zeichen, dass die Gesellschaft die Grenze zu always on mittlerweile überschritten hat. Er bezieht sich dabei auf eine Gesellschaft, die immer erreichbar ist und in der man jederzeit neue Nachrichten erwartet.

Die erste Studie zu dieser Thematik wurde im Jahr 2007 veröffentlicht. In dieser Studie ging der Autor davon aus, dass das Phänomen bereits in wenigen Jahren ein typisches Problem sein würde, mit dem sich Psychologen herumschlagen werden. Er bezeichnete das Phänomen als ringxiety – eine Mischung aus den Worten Klingeln (ring) und Angst (anxiety).

Im Jahr 2012 wurde der Begriff phantom vibration syndrome im Wörterbuch Macquarie Dictionary zum Wort des Jahres gewählt. Hierbei handelt es sich um ein Wörterbuch für australisches Englisch.

9 von 10 Studenten kennen das Phänomen

Die Professorin Dr. Michelle Drouin, die an der Indiana University-Purdue University Indianapolis lehrt, hat in einer Studie herausgefunden, dass 89% ihrer Studenten Phantom-Vibrationen selbst erleben. Sie treten durchschnittlich circa alle zwei Wochen auf – mal häufiger, mal seltener. Lediglich einer von elf Studenten empfindet solche nicht-vorhandenen Vibrationen als störend.

Wieso spüren so viele Menschen nicht-existente Vibrationen?

Meistens beginnen die Phantom-Vibrationen, sobald man das Smartphone über einen Zeitraum von einem Monat bis hin zu einem Jahr mit sich herumträgt. Mögliche Gründe könnten Fehlinterpretationen des Gehirns (Muskelkontraktionen, Berührungen mit der Kleidung) sein. Außerdem geht man davon aus, dass Menschen, die sich sehr ausgiebig mit ihrem Smartphone beschäftigen, anfälliger für Phantom-Vibrationen sind.

Letztendlich bleibt die Ursache für dieses Phänomen allerdings ungeklärt, da es bisher einfach keine aussagekräftigen Studien darüber gab.

Was kann man gegen Phantom-Vibrationen unternehmen?

Zwar hat man bisher so gut wie keine Studien über das Phänomen durchgeführt, allerdings geht man davon aus, dass es hilft, wenn man die Position des Smartphones innerhalb der Kleidung regelmäßig verändert.

Eine weitere Möglichkeit ist das Abschalten des Vibrationsalarms. Diese Lösung ist unserer Meinung nach allerdings nicht wirklich sinnvoll.

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