07. Januar 2016 | Ernährung, Gesundheit, Lifestyle

Konterbier: Hilft mehr Alkohol wirklich bei einem Kater?

Hilft ein Konterbier am nächsten Morgen wirklich gegen den Kater? (Bildquelle: © Focus Pocus LTD – Fotolia.com)

Partys, Kneipen und viel Alkohol sind aus dem Leben vieler junger Erwachsener kaum wegzudenken. Selbst mit 30 Jahren geht es immer noch regelmäßig auf die Piste – ein Ende ist nicht abzusehen.

Jedoch nimmt die Zahl der Feiernden im Laufe der Zwanziger exponentiell ab. Die häufigsten Gründe sind Karriere, Familie und der immer schlimmer werdende Kater am nächsten Morgen. Die meisten Menschen verzichten früher oder später dankend auf die typischen Kopfschmerzen, die Übelkeit, die Benommenheit und den Schwindel.

Die einen lassen sich also vom Kater abhalten und hängen ihre Karriere als Partygänger an den Nagel, die anderen ignorieren ihn einfach so gut es geht, und wieder andere trinken ihn am nächsten Tag mit Hilfe eines Konterbiers einfach weg.

Doch funktioniert die Sache mit dem Konterbier überhaupt? Oder handelt es sich beim Effekt des Konterbiers um reinen Aberglauben? Wir haben die wissenschaftlichen Fakten und Theorien für Euch zusammengesucht. 

Kater ist ein wenig untersuchtes Phänomen

Der Kater ist ein Phänomen, das von der Wissenschaft bisher noch nicht allzu viel Aufmerksamkeit erhalten hat. Nichtsdestotrotz findet man im Internet beispielsweise die Alcohol Hangover Research Group, die sich mit dem Thema beschäftigt und alle wissenswerten Informationen darüber zusammenträgt. Aufgrund des Designs der Website sind wir uns allerdings nicht sicher, wie ernst diese Seite gemeint ist und wie aktuell deren Inhalte sind.

Nichtsdestotrotz gibt es einige Theorien, die den Kater erklären könnten. Nach einem heftigen Gelage ist es beispielsweise eine unbestrittene Tatsache, dass viele Mineralstoffe durch den Urin ausgeschieden werden – diese fehlen dem Körper natürlich am nächsten Morgen. Zudem ist der Organismus nach dem Alkoholgenuss stark dehydriert. Bier enthält zwar recht viele Mineralstoffe, allerdings dürfte ein Konterbier den Körper noch weiter dehydrieren. Die fehlenden Mineralstoffe werden durch das Konterbier also nicht wieder eingefahren.

Kater zeigt erst bei völliger Nüchternheit sein wahres Gesicht

Ein deutlich sinnvollerer Ansatzpunkt ist die Tatsache, dass der Kater erst wirklich zum Vorschein kommt, wenn der Alkoholgehalt im Blut gegen null tendiert. Wer am Vorabend sehr viel getrunken hat, der fühlt sich nach dem Aufstehen unter Umständen noch sehr gut. Der Kater erwacht erst im Laufe des Tages.

Wenn man nun nach dem Aufstehen ein Konterbier zu sich nimmt, erhöht sich die Konzentration des Alkohols im Blut natürlich wieder. Der Kater wird weiter nach hinten verschoben. Doch ist eine Verschiebung wirklich sinnvoll? Auf diese Weise vergiftet man den Organismus schließlich einen weiteren Tag mit frischem Alkohol und durchlebt den Kater einfach nur einige Stunden später.

Dennoch muss man an dieser Stelle anmerken, dass das Konterbier eine temporäre Lösung zu sein scheint.

Methanol als Hauptursache des Katers?

Bei unserer Recherche haben wir eine plausible Erklärung für den Kater gefunden, die Methanol als Hauptursache für den Kater benennt. Früher bezeichnete man Methanol als Fuselalkohol, der bei der Produktion von trinkbarem Alkohol zwangsläufig in sehr geringen Mengen entsteht. Heute bezeichnet man Fuselalkohol hauptsächlich als Begleitalkohol. Die Abbauprodukte des Methanols sind Ameisensäure (=Methansäure) und Formaldehyd (=Methanal), die hochgiftig sind und für die typischen Symptome des Katers sorgen können. Methanol ist vor allem in unreinen Getränken wie beispielsweise Likören enthalten. Purer, hochwertiger Wodka enthält hingegen die wenigsten Begleitalkohole.

Nun ist es jedoch so, dass Ethanol (der eigentliche Trinkalkohol) vom Organismus zuerst abgebaut wird – erst danach kümmert sich der Körper um das Methanol. Bis zu einer Alkoholkonzentration von 0,0 Promille im Blut befinden sich die giftigen Abbauprodukte des Methanols also noch nicht im Körper. Erst wenn kein Ethanol mehr im Körper vorhanden ist, entstehen die Giftstoffe. Dies würde erklären, warum der Kater erst im Zustand der Nüchternheit zu Tage tritt.

Nun gibt es allerdings ein großes Aber: Wenn der Körper einen sehr langen Zeitraum mit dem Abbau des Ethanols beschäftigt ist, verzichtet der Körper auf den Abbau des Methanols. Es wird dann ganz einfach über die Atemluft oder den Urin ausgeschieden.

An dieser Stelle hat das Konterbier seinen großen Auftritt. Wenn man den Kater mit Hilfe eines oder mehrerer Konterbiere hinauszögert, kann es passieren, dass das Methanol ohne Abbauvorgang ausgeschieden wird. Der Kater fällt also laut der Methanol-Theorie deutlich schwächer aus.

Die Medizin gibt dieser Theorie in gewisser Weise Recht. Wenn sich Menschen mit Methanol vergiften, erhalten sie im Krankenhaus Ethanol, sodass die Abbauprodukte des Methanols gar nicht erst entstehen können und eine Vergiftung so gut es geht verhindert wird.

Dennoch: Konterbier kann nicht die Lösung sein

Zwar hat das Konterbier durchaus seine Daseinsberechtigung und Wirkung, allerdings sollte man sich die Frage stellen, ob man nach einem Gelage am Vorabend tatsächlich direkt wieder zum Alkohol greifen sollte. Der Kater hat schließlich eine belehrende Wirkung und zeigt, was man mit seinem Körper anstellt, wenn man Alkohol trinkt.

Regelmäßiger Alkoholkonsum – insbesondere am frühen Morgen auf leeren Magen – schädigt so gut wie jeden Aspekt des Körpers und schwächt das Immunsystem enorm.

Viele Wege führen zum Kater

Bevor es Kritik hagelt, möchten wir an dieser Stelle klarstellen, dass die Theorie um das Methanol lediglich einen Teilaspekt des alkoholbedingten Katers darstellt. Es gibt zahlreiche Ursachen für den Kater – einige Beispiele findet Ihr hier. Letztendlich kann das Konterbier nicht jede Ursache bekämpfen – der Kater kommt also so oder so – nur das Ausmaß variiert.

Fazit: Konterbier funktioniert in der Theorie

Konterbier kann tatsächlich bei einem Kater helfen. Man sollte sich allerdings überlegen, ob man tatsächlich zu solchen Mitteln greifen möchte. Ganz besänftigen lässt er sich außerdem nie – ganz gleich, wie viele Konterbiere man zu sich nimmt.

Quellenangabe

Dieser Artikel basiert unter anderem auf einem Beitrag von Spiegel.de.

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