16. Februar 2016 | Ernährung, Lifestyle, Neuigkeiten

Verstärken Grapefruits die Wirkung der Antibabypille?

Grapefruits können zu zahlreichen Wechselwirkungen mit Medikamenten führen. (Bildquelle: © lbfotografia – Fotolia.com)

Es ist kein Geheimnis, dass es bei der Einnahme von Medikamenten zu Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Präparaten kommen kann. Dabei kann es passieren, dass die Wirkung eines Medikaments verfällt, verstärkt oder auch abgeschwächt wird.

Was viele Menschen nicht wissen: Es kann auch zu Wechselwirkungen zwischen Medikamenten und Lebensmitteln kommen. Bestes Beispiel: Die Antibabypille und Grapefruits. Die Pille ist außerdem dafür bekannt, dass es zu Wechselwirkungen mit Antidepressiva und sogar vermeintlich harmlosem Johanniskraut kommen kann.

Heute möchten wir uns allerdings nur auf die Kombination aus Grapefruits und der Pille konzentrieren. Wieso kommt es überhaupt zu Wechselwirkungen? Was genau passiert mit den Wirkstoffen der Antibabypille im Körper? Sollte man auf Grapefruits verzichten, wenn man mit der Pille verhütet?

Wie entstehen solche Wechselwirkungen?

Die Grapefruit ist eine bittere Zitrusfrucht, deren Bitterkeit auf die enthaltene Substanz Naringin zurückgeführt werden kann. Naringin wird im Magen aufgespalten und dadurch in Naringenin umgewandelt. Hierbei handelt es sich um ein Flavonoid, das für die Wechselwirkungen mit der Pille verantwortlich ist.

Naringenin hemmt die Enzyme, die für den Abbau der in der Antibabypille enthaltenen Wirkstoffe verantwortlich sind. Die Folge: Die Wirkstoffe bleiben für eine längere Zeit in einer erhöhten Konzentration im Blutkreislauf erhalten.

Im Falle der Antibabypille heißt das konkret, dass sich die Wirkung der Pille verstärkt. Das enthaltene Estradiol wird also deutlich langsamer abgebaut.

Ist das nicht eine positive Wechselwirkung?

Man könnte meinen, dass die längere Verweildauer des Estradiols im Organismus ein positiver Effekt sei, da der potentielle Schutz vor einer ungewollten Schwangerschaft auf diese Weise verstärkt wird. Dem ist allerdings nicht so.

Die enthaltenen Hormone in einer Antibabypille sind perfekt an den weiblichen Organismus angepasst. Es sind nur so viele Wirkstoffe enthalten, dass der Schutz vor einer Schwangerschaft zuverlässig besteht. Wären mehr Hormone enthalten, würde sich das Risiko für Nebenwirkungen erhöhen.

Und genau hier liegt das Problem: Durch den gleichzeitigen Konsum von Grapefruits und der Pille steigt das Risiko, früher oder später an einer Thrombose zu erkranken. Auch andere Nebenwirkungen treten mit einer höheren Wahrscheinlichkeit auf, je länger das Estradiol im Körper verweilt. Sehr häufig kommt es dann zum Beispiel zu einem Spannungsgefühl in der Brust.

Grapefruits beeinflussen auch andere Medikamente

Laut Wikipedia beeinflusst das in Grapefruits enthaltene Naringenin nicht nur die Antibabypille, sondern beispielsweise auch Mittel gegen Asthma, Potenzmittel, Antidepressiva und Medikamente, die bei Herz-Kreislauf-Problemen oder einer bestehenden Krebserkrankung eingesetzt werden. Ein Glas von 200 Millilitern reicht bereits aus, um Wechselwirkungen zu provozieren.

Antibabypille und Grapefruits nicht zusammen einnehmen

Natürlich kann man dem erhöhten Risiko für Nebenwirkungen entgehen, indem man einfach Grapefruits vom Speiseplan streicht. Das ist bei der regelmäßigen Einnahme der Antibabypille – und auch bei der Einnahme anderer Medikamente – wohl am sinnvollsten.

Wer Grapefruits liebt und nicht darauf verzichten möchte, der muss wohl oder übel zu anderen Verhütungsmitteln greifen, wie zum Beispiel dem klassischen Kondom.

Warum sind Grapefruits so beliebt?

Der Verzehr von Grapefruits lohnt sich! Der regelmäßige Konsum senkt den Blutzuckerspiegel und hilft somit bei Diabetes und bei der Fettverbrennung. Grapefruits sind deshalb vor allem bei Sportlern äußerst beliebt.

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