19. Januar 2016 | Ernährung, Lifestyle

Wie unsere Ernährung die Schlafqualität beeinflusst

Eine wissenschaftliche Studie hat gezeigt, dass es tatsächlich einen Zusammenhang zwischen Ernährungsweise und Schlafqualität gibt. (Bildquelle: © picsfive – Fotolia.com)

Es gibt zahlreiche Faktoren, die die Qualität unseres nächtlichen Schlafes beeinflussen können. Der Sauerstoffgehalt im Schlafzimmer, die Uhrzeit und der vorherige Kaffeekonsum sind nur drei Beispiele dafür.

Auch die zuvor zugeführten Lebensmittel haben einen Einfluss auf die Schlafqualität. Wer kennt das nicht? Man isst am Abend noch eine fettige Pizza und kann danach nicht einschlafen – und wenn man doch einschläft, hat man häufig Alpträume.

Der Zusammenhang zwischen Ernährungsweise und Schlafqualität ist für viele Menschen glasklar, jedoch gab es bisher keine wissenschaftlichen Studien, die diesen Zusammenhang einmal näher untersucht oder sogar bestätigt haben.

Bis vor kurzem: Im Journal of Clinical Sleep Medicine wurde eine entsprechende Studie veröffentlicht. Die Ergebnisse möchten wir Euch natürlich nicht vorenthalten.

Die Ziele der Studie

Grundsätzlich wollten die Wissenschaftler zeigen, wie sehr sich die Schlafqualität verändert, wenn man bestimmte Mahlzeiten vor dem Schlafengehen zu sich nimmt. Die Testpersonen, die an der Studie teilgenommen haben, wurden vier Tage lang einer speziellen Ernährung ausgesetzt – am fünften Tag durften sie hingegen essen, was sie wollten. Die Forscher wollten dadurch herausfinden, ob die Ernährungsweise des fünften Tages einen Einfluss auf die nächtliche Schlafqualität hat. Der Schlaf der Testpersonen wurde dafür in Bezug auf Länge, Tiefschlaf und Unterbrechungen analysiert und ausgewertet.

Über die Testpersonen und das Vorgehen

An der Studie haben insgesamt 26 Erwachsene im Alter von 30 bis 45 Jahren teilgenommen, die alle Normalgewicht hatten und jede Nacht gewohnheitsmäßig sieben bis neun Stunden geschlafen haben.

Die Studie bestand aus zwei verschiedenen Phasen, die auf insgesamt fünf Nächte ausgelegt waren. In der ersten Phase durften die Testpersonen lediglich vier Stunden pro Nacht schlafen, in der zweiten Phase neun Stunden. In die Analyse sind lediglich die Daten aus den langen Nächten eingeflossen. In den ersten vier Tagen haben die Testpersonen spezielle Nahrung vorgesetzt bekommen und mussten sich an diesen Ernährungsplan halten. Am fünften Tag durften sie selbst entscheiden, was sie essen.

Ergebnis: Zusammensetzung der Mahlzeiten ist wichtig

In der Länge des nächtlichen Schlafes gab es keine Unterschiede zwischen kontrollierten und selbst ausgewählten Mahlzeiten.

Selbst ausgewählte Mahlzeiten haben allerdings zu einem kürzeren Tiefschlaf geführt. Außerdem hat es in dieser Nacht länger gedauert, bis die Testpersonen tief und fest eingeschlafen sind.

Des Weiteren hat die Zusammensetzung der Mahlzeiten eine große Rolle bei der Schlafqualität gespielt: Wenn mehr Ballaststoffe in der Nahrung enthalten waren, waren die Phasen des Tiefschlafs länger. Wenn die Testpersonen hingegen viele gesättigte Fettsäuren oder viel Zucker zu sich genommen haben, führte dies zu einen kürzeren Tiefschlaf und mehr Unterbrechungen der Schlafphasen.

Fazit: Ernährungsweise beeinflusst die Schlafqualität

Die Studie hat gezeigt, dass sich Ballaststoffe positiv und gesättigte Fettsäuren und Zucker negativ auf die Schlafqualität auswirken können. Die Forscher empfehlen weitere Studien – insbesondere in Bezug auf die Behandlung von Schlafstörungen. Die Ernährung könnte ein äußerst dankbarer Ansatzpunkt sein – vor allem in solchen Fällen, in denen sich die Patienten extrem schlecht ernähren und gleichzeitig Probleme beim Ein- oder Durchschlafen haben.

Übrigens: Wie man die Schlafqualität grundsätzlich mit einfachen Mitteln steigern kann, haben wir bereits in einem früheren Artikel gezeigt.

Quellenangabe

St-Onge, Roberts, Shechter & Choudhury (2016). Fiber and Saturated Fat Are Associated with Sleep Arousals and Slow Wave Sleep. Journal of Clinical Sleep Medicine 12(1): 19-24. http://dx.doi.org/10.5664/jcsm.5384

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