09. Dezember 2015 | Biologie & Genetik

Bergmannsche Regel – Definition und Beispiele

Bergmannsche Regel - Definition und Beispiele

Die Bergmannsche Regel besagt, dass nahe verwandte Arten in kälteren Regionen durchschnittlich größer werden. (Bildquelle: © Nadalina – Fotolia.com)

Die Bergmannsche Regel beschreibt die Beobachtung, dass gleichwarme Individuen derselben Art, aber auch Individuen naher verwandter Arten, in kälteren Regionen eine höhere Körpergröße aufweisen.

Sprich: Am Äquator ist die durchschnittliche Körpergröße am geringsten, wohingegen sie in Richtung der beiden Pole tendenziell zunimmt.

Diese Beobachtung ist so zu erklären, dass der relative Wärmeaustausch mit der Umwelt geringer ausfällt, je größer ein Individuum ist. Dieser Umstand kann darauf zurückgeführt werden, dass das Volumen eines Körpers bei steigender Körpergröße schneller wächst als die Oberfläche.

Grundsätzlich handelt es sich bei der Bergmannschen Regel also um eine Art Energiesparmaßnahme. Je größer ein Individuum ist, desto weniger Energie verbraucht es in der Kälte und desto höher sind gleichzeitig seine Überlebenschancen.

Weitere Infos über die Bergmannsche Regel

Die Bergmannsche Regel wurde nach ihrem Entdecker, dem deutschen Anatom und Physiologen Carl Bergmann (1814 bis 1865) benannt. Er beschrieb im Jahr 1847 als Erster den Zusammenhang zwischen der durchschnittlichen Körpergröße nahe verwandter Arten und dem Klima.

Bei der Bergmannschen Regel handelt es sich um eine der ökogeographischen Regeln, die anatomische Unterschiede zwischen nahe verwandten Arten beschreiben, die in unterschiedlichen geographischen Regionen beheimatet sind. Wichtig ist hierbei außerdem, dass sich die klimatischen Verhältnisse dieser Regionen unterscheiden.

Wir möchten an dieser Stelle noch einmal betonen, dass sich die Bergmannsche Regel nur auf gleichwarme Tiere bezieht – sprich: Auf Vögel und Säugetiere. Eine Studie hat übrigens herausgefunden, dass man die Regel auf 72% aller Vogelarten und auf 65% aller Säugetierarten anwenden kann.

Beispiel: Pinguine

Die Körpergröße verschiedener Arten von Pinguinen nimmt in kälteren Regionen zu.

Die Körpergröße von Pinguinen nimmt in Richtung der Pole zu. (Bildquelle: © aussieanouk – Fotolia.com)

Während der Galápagos-Pinguin (Spheniscus mendiculus), der nahe des Äquators beheimatet ist, lediglich bis zu 50 Zentimeter hoch wird und maximal 2,2 Kilogramm wiegt, erreicht der Kaiserpinguin (Aptenodytes forsteri) eine Körpergröße von bis zu 120 Zentimetern und ein Körpergewicht von bis zu 40 Kilogramm. Er ist in der Antarktis, also ganz im Süden beheimatet.

Zwischen diesen beiden Extrembeispielen gibt es zahlreiche andere Pinguinarten, die im Durchschnitt ebenfalls größer und schwerer werden, je weiter sie sich im Süden befinden. Den Magellan-Pinguin (Spheniscus magellanicus) findet man hauptsächlich im südlichen Teil von Südamerika. Er wird durchschnittlich 70 Zentimeter groß und wiegt 4,9 Kilogramm.

Vorsicht: Regeln werden in der Biologie gerne gebrochen

Solche Tendenzen können bei sehr vielen gleichwarmen und nahe verwandten Arten festgestellt werden. Jedoch: Es gibt auch zahllose Ausnahmen. Biologie ist nicht Mathematik, weshalb sich zwar tendenzielle Entwicklungen und Prinzipien feststellen lassen, diese jedoch keinesfalls in Stein gemeißelt sein müssen.

Eine weitere wichtige Regel: Die Allensche Regel

Während die Bergmannsche Regel die erste Klimaregel darstellt, heißt die zweite Klimaregel Allensche Regel. Mehr Infos darüber finden Sie im verlinkten Artikel.

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